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Ortschaft Schafwinkel
Bildurheber: Gemeinde Kirchlinteln Unser Dorf hat Zukunft:
Die Ortschaft Schafwinkel besteht aus den Ortsteilen Schafwinkel und Odeweg.
Schafwinkel
Die erste urkundliche Erwähnung wird 1385 als Schapwinkele genannt. Den Namen soll Schafwinkel von Fuhrleuten erhalten haben. Hier, wo früher ein Schafstall stand, machte der Weg eine Biegung – also der Winkel am Schafstall.
Um 1540 soll es in Schafwinkel 2 Hofstellen gegeben haben. Durch Aufteilung und Verkäufe wurden später neue Höfe geschaffen.
Durch den Strukturwandel bedingt existiert heute kein landwirtschaftlicher Betrieb mehr. Jedoch sind Umnutzungen in den Gebäuden entstanden, die seinesgleichen suchen: Der „Jochenshof“ mit großem Park und vielen Tieren ist weit über die Grenzen bekannt für gutes Essen und Übernachtungse- Tagungs- und Feiermöglichkeiten.
Auf dem „Oelfkenhof“ und dem „Bunkenhof“ besteht seit 1993 die „Tragende Gemeinschaft“, eine Behinderteneinrichtung für Erwachsene, die in zahlreichen Werkstätten wie Töpferei, Kerzengießerei, Weberei, Tischlerei ect. Kunstgewerbliche und handwerkliche Gegenstände fertigen und hier miteinander leben. Die Integration ist gelungen. 10 Familien haben hier ihren Arbeitsplatz gefunden. Eine stetige Vervollständigung der Gebäude ist zu beobachten und die Menschen konnten aufgrund der Dorferneuerungsmaßnahme „Lintelner Geest“ besonders zur Erlangung des „Europäischen Dorferneuerungs Preises“ 2000 beitragen.
Auf dem Hof Nr. 1 – Delventhal – jahrelang bekannt für Kutschfahrten – wird heute eine Heilpflanzen-Schule geführt mit integriertem Heilpflanzengarten, der für Schulungs- und Besichtigungszwecke seine Pforten öffnet.
Auf dem Hof – Lüdemann – wurde von Michael und Irma Budig 1980 eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung gegründet. Im „Michaels Hof“ leben auf dem weitläufigen Gelände 17 Kinder und Jugendliche in kleinen Gruppen. Sämtliche Gebäude wurden in den letzten beiden Jahren gründlich renoviert.
Entstanden sind unter dem Aspekt „Sanfte Erholung“ liebevoll errichtete Ferienhäuser- und wohnungen: Auf dem Hof – Wahlers – konnte erst kürzlich die „Imkerstuv“ eröffnet werden.
Gäste genießen in Schafwinkel die Natur beim Wandern, Fahrradfahren oder Reiten und erfreuen sich der Ruhe aber auch der Vielseitigkeit.
Die Molkerei in Schafwinkel (1927 gegründet) war weit über die Grenzen besonders für die hervorragende Sahne bekannt. Der Zusammenschluß mit der Molkerei Verden zum „Aller-Milchwerk“ wurde durch ständige Fusionen entgültig in den 80iger Jahren beendet und die Molkerei verkauft. Heute leben dort Kleinstunternehmer und Künstler in ihren Ateliers. Wohnungen sind entstanden und behutsam renovierte Veranstaltungsräume können gemietet wer-den. Desweiteren existiert seit 70 Jahren eine Tischlerei, in der ehemaligen „Käserei“ ist heute eine Reithalle etabliert, die für den „Heidjerhof“ zu Schulungszwecken dient.. 1 Elektrobetrieb,1 Dienstleistungsfirma und ein Versicherungsbüro runden den Selbständigen-Sektor ab.
In dem ehemaligen Einzelhandelsgeschäft sind Wohnungen und Gästezimmer entstanden. Die ehemalige Bedeutung der Eisenbahn mit Bahnhof für die Verbindung Bremen-Berlin hat durch den Krieg bedingt abrupt abgenommen. Der Bahnhof ist demontiert. Heute ist der Bau einer Hochgeschwindigkeitstrasse, die sogenannte Y-Trasse, im Gespräch. Der Ortsteil St. Pauli ist im wesentlichen nach dem Krieg durch die auch hier sesshaft gewordenen Flüchtlinge mit Neubauten entstanden. Eine Variante der Namensgebung dieser Straße soll wieder durch Fuhrleute entstanden sein, als diese die Richtung zur Mühle Stellichte finden mussten und sich am einzigen Licht beim Bahnübergang orientieren mussten: „Dor, wo dat so hell is wie up St. Pauli, dor muß du langföhrn“
Viele Gemeinsamkeiten bestehen mit Odeweg. Hier gingen die Kinder gemeinsam zur Schule, heute zur Grundschule nach Bendingbostel oder zu weiterführenden Schulen nach Kirchlinteln oder Verden.
Die Kirchengemeinde ist für beide Orte Kirchwalsede im Nachbarkreis.
Ca. 260 Einwohner zählt Schafwinkel heute. Die gemeinsame Freiwillige Feuerwehr hat ihr Domizil in dem neu errichten Feuerwehrhaus in Odeweg. Auch der Schützenverein wird durch beide Ortschaften und Egenbostel getragen und konnte durch Fördermittel in der Dorferneuerung seinen Schießstand erweitern. So veranstalten die vorgenannten Gruppen durch eine Reihe von Veranstaltungen das gemeinschaftliche Leben im Dorf.
Aber auch die zahlreichen Veränderungen auf den Höfen und anderen Gebäuden tragen zur Vielfältigkeit im Dorf bei:
Eine echte DORFERNEUERUNG!
Odeweg
Die urkundliche Ersterwähnung nennt Odeweg 1144 „etthewidi“. Aus dem späteren Otwede wurde Odeweg. Für die Namensgebung soll ein Fuhrmann gesorgt haben, der, als ihn der Weg durch das früher unwegsame Gelände der Gemarkung führte, ausrief: „O-de-Weg!“
Eine Schulstelle wurde zusammen mit Schafwinkel 1844 eingerichtet. Vor dem Bau eines Schulgebäudes 1877 gab es auch hier eine Reiheschule, in der der Lehrer mit seinen Schülern von Hof zu Hof zog. Ab 1965 besuchten die Schüler die ehemalige Mittelpunktschule in Bendingbostel, heutige Grundschule.
Heute ist die ehemalige Schule im Privatbesitz und das Gelände wird von einer Sägerei genutzt, in der auch in der Saison mehrere Tausend Vogelhäuser hergestellt werden. Mit Torf aus Odeweg wurde nach dem Krieg die Brennstoff-Not im Landkreis Verden sowie der Stadt Verden maßgeblich gelindert. Die alte Schmiede war weit über die Grenzen bekannt für Torfspaten und Schneidgeschirr sowie Hufbeschlag. Sie wird heute in 4. Generation als Reparaturwerkstatt und Handel von Landwirtschafts- und Gartengeräten geführt.
Odeweg hatte um 1850 vier größere Bauernstellen, die bis heute Bestand haben. Daneben machten sich mehrere Anbauern und Neubauer selbstständig, die jedoch heute nicht mehr existieren.
Das 1992 initierte Dorferneuerungsverfahren „Lintelner Geest“ bot u.a. die Gelegenheit, im Schwerpunkt dieses Förderprogramms „Sanfte Erholung“ vorhandene Gebäude in Ferienwohnungen und Gästezimmer umzunutzen. Die weithin unberührte Natur in Wald und Moor bietet Gästen und Einheimischen Gelegenheit zur Erholung bei Spaziergängen sowie Fahrrad- und Kutschfahrten.
Ein bekanntes Ausflugslokal war früher die Gastwirtschaft Hesse in Odeweg mit dem großen Kaffeegarten und den Silvesterbällen. Heute bietet der Hof Hesse ein wunderschönes Ambiente für private Feiern, Kunstausstellungen oder Musikdarbietungen im liebevoll restaurierten ehemaligen Saal zum Vermieten an.
Ein viele Jahre von „Tante Malchen“ betriebenes Einzelhandelsgeschäft ist heute in den Nachbarschaftsladen Bendingbostel integriert, der durch Bürger-Zusammenschluß durch das Förderprogramm in der Dorferneuerung entstanden ist.
Zu Odeweg gehört auch der Gerkenhof, auf dem der jetzige Besitzer ein Gestüt betreibt. Der heutige Pferdezucht und Ausbildungsbetrieb ist erst vor kurzem von Grund auf saniert worden. Odeweg und Schafwinkel gehören zu der Kirchengemeinde Kirchwalsede im Nachbarkreis des Landkreises Rotenburg. Heute leben in Odeweg ca. 135 Einwohner, davon die meisten in der mit etlichen Neubauten bestückten Millionenstraße.
Gemeinsam mit Schafwinkel hat die Ortsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr in Odeweg ihr Domizil in dem erst vor kurzem entstandenen Neubau des Feuerwehrhauses. Auch der Schützenverein wird durch beide Ortschaften getragen, der kürzlich durch die Dorferneuerung erweiterte Schießstand befindet sich in Schafwinkel. So bereichern die vorgenannten Gruppen durch eine Reihe von öffentlichen Veranstaltungen das Gemeinschaftsleben im Dorf.
Weitere Informationen
Quellenangabe:
Gemeinde Kirchlinteln
Ortschaft Schafwinkel
